Das Amtsgerichtsgefängnis Berlin-Köpenick – Ein Ort zwischen Justizalltag und NS-Terror

Mitten in Köpenick unmittelbar hinter dem Amtsgericht Köpenick befindet sich dieser historische Gebäudekomplex. Auf den ersten Blick wirkt das Gebäude wie ein typischer wilhelminischer Justizbau. Doch das ehemalige Amtsgerichtsgefängnis Berlin-Köpenick ist weit mehr als ein architektonisches Relikt, es steht für die frühen Anfänge des nationalsozialistischen Terrors.

Das Gefängnis wurde zusammen mit dem Gerichtsgebäude des heutigen Amtsgerichts Köpenick errichtet. Baubeginn war 1899, fertiggestellt war das Gebäude 1901. Bauherr war seinerzeit die Königliche Justizverwaltung Preußens. Der Bau entstand, weil die bisherigen Räumlichkeiten des Gerichts nicht mehr ausreichten. Wie für preußische Amtsgerichte dieser Zeit üblich, wurde ein eigener Gefängnistrakt direkt angegliedert. Ursprünglich diente das Gefängnis dem regulären Untersuchungs- und Kurzzeitarrest. Hier wurden Personen untergebracht, die auf ihre Gerichtsverhandlung warteten, die kurze Haftstrafen verbüßten oder die dem Amtsgericht vorgeführt werden sollten.

Das Gefängnis bot Platz für etwa 55 Häftlinge. Auch die Unterbringung von Frauen war möglich. Die Zellen waren einfach gehalten, sie bestanden aus Holzbetten, die heruntergeklappt werden konnten, einer Waschgelegenheit und einem einfachen Metalleimer, der für die Notdurft diente. Die Abdrücke der Eimer sind noch heute im Boden erkennbar. In einer Zelle befanden sich mehrere Gefangene auf engstem Raum. Architektonisch entspricht der Bau dem typischen funktionalen Gefängnisstil um 1900: schlichte Flure, massive Türen, kleine vergitterte Fenster, lange schmale vergitterte Holztreppen. Über drei Etagen symmetrisch der gleiche Aufbau. Alles wirkt eng, gedrungen. Im obersten Stockwerk sorgt das verglaste Dach für einen beklemmenden Lichteinfall über alle Stockwerke.

Seine historische Bedeutung erhielt das Gefängnis durch die Ereignisse im Juni 1933, wenige Monate nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Während der sogenannten Köpenicker Blutwoche wurde das Gefängnis zu einem zentralen Ort der Gewalt. Im Januar 1933 begann die systematische Ausschaltung politischer Gegner. In Köpenick nutzten lokale SA-Einheiten die Situation zur gezielten Verfolgung von Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschaftern und jüdischen Bürgern.

Rund 500 Personen wurden verhaftet und im Amtsgerichtsgefängnis festgehalten, misshandelt und gefoltert. Mindestens 23 Menschen starben infolge der Gewaltaktionen. Die Ereignisse gelten als eines der ersten groß angelegten Gewaltverbrechen des Regimes gegen politische Gegner im Berliner Raum.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die DDR das Gebäude zunächst als Männer- und Jugendgefängnis und später als Haftanstalt. 1964 übernahm die DEFA das Zellengebäude und nutzte es als Filmkulisse, Kostümfundus und Schneiderei.

Seit 1977 steht das Gebäude unter Denkmalschutz. 1980 wurde im Keller ein Denkmal für die Opfer der Köpenicker Blutwoche errichtet. Ebenso wird ein Teil des Geländes von der Kunstanstalt Köpenick genutzt.

Likolit Linoleumwerk Kohlmühle GmbH

Endlich wieder ein Fotoausflug! Diesmal führte uns unser Weg nach Kohlmühle. Die Anreise war abenteuerlich über eine einspurige, schmale, kurvige Straße mit Gegenverkehr.  Am Ende der Straße erscheint die atemberaubende Ruine der Likolit Linoleumwerk Kohlmühle GmbH.

Kohlmühle ist der kleinste Ortsteil von Hohnstein in der Sächsischen Schweiz und befindet sich im Sebnitztal. Besonders auffällig ist das große Backsteingebäude des Linoleumwerkes Kohlmühle, das unter Denkmalschutz steht. Ursprünglich wurde die Fabrik 1901/1902 zur Herstellung von Papier und Pappe errichtet. Im Jahr 1906 übernahm die Eduard Keffel AG Tannenbergsthal das Werk und legte den Fokus auf Kunstleder- und Wachstucherzeugnisse. Ab 1921 wurde Tisch- und Drucklinoleum produziert, 1931 kam es zur Übernahme einer weiteren Lederpappenfabrik in Planitz. Während des Zweiten Weltkriegs wurde ein Teil der Produktion auf Kriegsbedarf für die Junkerswerke Dessau umgestellt. Zwischen 1945 und 1946 ließ die sowjetische Militäradministration Maschinen und Anlagen demontieren.

Mit der Gründung der volkseigenen Betriebe in der ehemaligen DDR wurde das Werk 1948 verstaatlicht, modernisiert und erweitert. Ab 1952 trug es den Namen VEB Linoleumwerk Kohlmühle. In den späten 1960er Jahren wurden überwiegend Technologien aus Westdeutschland eingeführt. Damals gehörte das Unternehmen zu den fortschrittlichsten Herstellern von Fußbodenbelägen und verfügte über hohe Sicherheitsstandards. Im Jahr 1967 startete die Produktion von PVC-Fußbodenbelägen.

Nach der Wende wurde das Unternehmen in Likolit Linoleumwerk Kohlmühle GmbH umbenannt. Am 25. November 2013 eröffnete das Amtsgericht ein Insolvenzverfahren gegen die Firma. Im März 2014 wurde der Betrieb eingestellt. Die Insolvenz führte am 31. Mai 2016 zur Versteigerung und anschließend zum Verkauf der Firma. Aufgrund zahlreicher Schäden und Kontaminationen zweifeln die neuen Eigentümer jedoch an einer raschen und umfassenden Sanierung. Momentan wird am Standort der Ausbau der „Kulturfabrik Kohlmühle“ vorangetrieben. Eine Besichtigung des beeindruckenden Gebäudes ist über die Kulturfabrik Kohlmühle nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Im Mai 2015 kam es zu einer Verunreinigung des Flusses Sebnitz infolge eines Unfalls. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie gelangten etwa fünf Kubikmeter Dioctylphthalat in das Gewässer. Diese organisch-chemische Verbindung ist neutral, wasserunlöslich, ölig, farblos bis schwach gelb und gilt als gering wassergefährdend. Industriell wird Dioctylphthalat als Weichmacher eingesetzt und stellt einen Produktionsrückstand aus der Herstellung von PVC-Belag dar. Am 20. September 2015 wurde zudem ein Gefahrguteinsatz der Freiwilligen Feuerwehr bei Likolit in Kohlmühle durchgeführt, wobei drei leere Behälter mit radioaktivem Warnsymbol geborgen werden mussten. In der Vergangenheit wurde bei Likolit radioaktives Material für Prüf- und Messzwecke verwendet.

Spätsommer-Roadtrip von Nürnberg über Köln an die belgische Küste

Einmal im Jahr muss ich das Meer sehen …

Einmal im Jahr möchte ich das Meer sehen. Dieses kleine Ritual ist für mich der Inbegriff von Auszeit und Freiheit. Aber auch Sightseeing gehört für mich zu einem gelungenen Urlaub. So führte uns unsere letzte Reise in diesem Jahr über Köln an die belgische Küste und auf dem Rückweg in die wunderschöne Vulkaneifel.

Köln – Camping mitten in der Stadt

Unsere erste Station war Köln, wo wir zwei Nächte auf dem Campingplatz Stadt Köln verbrachten. Der Platz liegt idyllisch im Landschaftsschutzgebiet, direkt am Rhein – und dennoch erstaunlich zentral. Unser Stellplatz war großzügig bemessen und lag angenehm schattig unter zwei Bäumen.

Die Sanitäranlagen befinden sich zentral am Eingang im 1. Obergeschoss und sind über eine Außentreppe erreichbar. Für alle, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind, steht im Erdgeschoss ein rollstuhlgerechtes Bad mit Dusche zur Verfügung. Besonders praktisch: Am kleinen Kiosk auf dem Platz gibt es alles, was man möglicherweise vergessen hat – plus frischen Kaffee und am Wochenende sogar einen Brötchenservice.

In der Hauptsaison bietet der Campingplatz über die Radstation Köln auch Leihfahrräder an. Einfach ausleihen, aufsteigen und losradeln – das Angebot haben wir gern genutzt. So waren wir flexibel, kostengünstig und vor allem autofrei unterwegs.

Der Weg in die Stadt führte uns bei herrlichem Sonnenschein am Rheinauhafen entlang. Nach der Besichtigung des beeindruckenden Kölner Doms besuchten wir die Maus aus „Sendung mit der Maus“ und gönnten uns anschließend einen leckeren Burger im Hard Rock Café.

Weiter ging es zur Rhein-Seilbahn, mit der wir einmal über den Rhein schwebten.

Auf dem Rückweg radelten wir entlang der anderen Rheinseite mit tollem Blick auf die Hohenzollernbrücke und den Dom. Von den Poller Wiesen aus genossen wir die Aussicht auf den Rheinauhafen – mit einem Eis in der Hand ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.

Belgische Küste – Meer, Ruhe und weite Promenaden

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Westende an die belgische Küste und bezogen unseren Platz auf dem Camping Westende. Schnell war das Zelt aufgebaut und wir machten einen ersten Spaziergang zur Promenade und zum Strand. Die Hauptsaison war bereits vorbei, viele Läden hatten geschlossen – dafür war es angenehm ruhig, und die Stimmung wunderbar entspannt.

Abends gab es Pizza beim Italiener und – wie sollte es anders sein – ein Eis bei immer noch strahlendem Sonnenschein.

Am folgenden Tag nutzten wir die Küstentram, um gemütlich die belgische Küste entlangzufahren. Wir machten Halt in Koksijde, Nieuwpoort und Ostende. Das Wetter spielte weiterhin mit und wir genossen den Tag in vollen Zügen.

Tagesausflug nach Frankreich: Calais entdecken

Am nächsten Morgen machten wir uns mit dem Auto auf den Weg nach Calais, an die nordfranzösische Küste. Die Stadt liegt an der engsten Stelle des Ärmelkanals – nur 34 Kilometer von der englischen Südküste entfernt – und ist als Hafenstadt ein wichtiger Knotenpunkt mit jährlich rund 30 Millionen Durchreisenden.

Auf dem Weg zur Autobahn passierten wir Nieuwpoort. Bei dem majestätisch wirkenden Denkmal musste ich einfach halten. Das König-Albert-Denkmal wurde im Jahr 1938 auf Initiative und mit Unterstützung der Veteranenverbände des Ersten Weltkriegs errichtet. Aufgrund der historischen Bedeutung der Yser im Krieg befindet sich das Denkmal am Ufer des Flusses. Das Bauwerk wurde von Julien de Ridder entworfen und zeichnet sich durch seine kreisförmige Struktur mit einem Durchmesser von 30 Metern aus. Im Zentrum steht eine Reiterstatue von König Albert I., geschaffen vom Bildhauer Karel Aubroeck. Jährlich am ersten Sonntag im August findet hier die Nationale Ehrung für S.M. König Albert I. und die Helden der Yser statt.

Auf dem Weg machten wir Halt an der Église Saint-Pierre de Chartres – ein beeindruckendes Bauwerk, das seit 1840 unter Denkmalschutz steht. Auf dem Vorplatz stärkten wir uns mit leckeren Pommes und Onion Rings.

In Calais angekommen, parkten wir zentral und starteten unsere Stadtbesichtigung. Zuerst ging es zur katholischen Pfarrkirche Notre-Dame, die im 15. Jahrhundert erbaut wurde. Leider konnten wir sie nur von außen besichtigen, aber schon das war beeindruckend.

Weiter Richtung Küste besuchten wir den Phare de Calais, einen Leuchtturm in der Altstadt in Hafennähe – ein wichtiges Wahrzeichen für die Schifffahrt am Ärmelkanal. Danach ging es an den Strand zur Jetée ouest, wo wir einen weiteren Leuchtturm besichtigten. Bei klarer Sicht kann man von hier sogar die Kreidefelsen von Dover sehen – wir konnten sie immerhin erahnen.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kurzen Stopp am Rathaus von Calais (Hôtel de Ville) mit seinem 72 Meter hohen Glockenturm. Ein imposantes Gebäude, das 2003 zum „Monument historique“ erklärt wurde.

Ein Tag in Brügge – ein Spaziergang durch die Geschichte

An unserem letzten Tag an der Küste fuhren wir wieder mit der Küstentram nach Ostende und stiegen dort in den Zug nach Brügge um. Die Hauptstadt der Provinz Westflandern ist wie eine Zeitreise ins Mittelalter: Die Altstadt ist umgeben von Kanälen, alten Wallanlagen mit Windmühlen und wunderschöner Backsteingotik.

Da Brügge nie durch Kriege oder Brände zerstört wurde, ist das Stadtbild nahezu vollständig erhalten. Die Altstadt wurde 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt, 2002 war Brügge sogar Europäische Kulturhauptstadt.

Wir besichtigten die Kathedrale St. Salvator, die Liebfrauenkirche, den Grote Markt, den Belfried, den romantischen Rozenhoedkaai sowie die Nepomukbrücke. Eine traumhaft schöne Altstadt voller kleiner Gässchen und liebevoller Details.

Natürlich durften belgische Waffeln nicht fehlen. Auf dem Weg zum Zug kauften wir dann natürlich auch noch belgische Schokolade. Abends gönnten wir uns noch ein Abendessen beim Chinesen, ehe es zurück auf den Campingplatz ging. Der Wind frischte auf und es war regen für die Nacht angekündigt.

Vulkaneifel

Am nächsten Morgen packten wir zusammen und machten uns auf den Weg nach Daun in der Vulkaneifel. Dort ließen wir den Urlaub bei einem entspannten Wochenende mit der Familie ausklingen – bevor es schließlich wieder nach Hause ging.

Prag, die goldene Stadt an der Moldau

Vor Kurzem haben wir ein paar Tage in Prag verbracht und uns die goldene Stadt an der Moldau etwas genauer angeschaut.

Übernachten auf dem Wasser – unser Botel-Erlebnis

Unsere Unterkunft war etwas ganz Besonderes: Wir haben auf dem Botel Marina übernachtet, einem gemütlichen Hotelschiff, das am Ufer der Moldau liegt. Die Aussicht auf den Fluss am Morgen und das sanfte Schaukeln des Wassers machten unseren Aufenthalt einzigartig. Das üppige und sehr einladende Frühstücksbuffet war genau das Richtige, um gestärkt in den Tag zu starten.

Von unserem Botel aus ging es bequem mit Bus und Metro direkt ins Zentrum von Prag. Die öffentlichen Verkehrsmittel bringen einen schnell zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Altstadtflair und Pizza am Rathaus

Unser erstes Ziel war die berühmte Rathausuhr (Orloj) am Altstädter Rathaus, eine astronomische Uhr aus dem Jahr 1410, die Teynkirche, das Jan-Hus-Denkmal und die Mariensäule am Altstädter Ring. Um die Ecke fanden wir eine gemütliche Pizzeria, in der wir draußen sitzen und Pizza essen konnten. Anschließend machten wir uns durch die verwinkelten Gässchen auf den Weg zur Straßenbahn um wieder zum Botel zu fahren.

Prager Burg und Karlsbrücke

Am nächsten Tag stand Kultur und Geschichte auf dem Programm. Wir machten uns auf zur Prager Burg, die majestätisch über der Stadt thront. Die Anlage ist riesig, mit prächtigen Höfen, der imposanten St.-Veits-Kathedrale und herrlichen Ausblicken über Prag.

Von der Burg aus spazierten wir bergab und überquerten die berühmte Karlsbrücke, gesäumt von barocken Statuen, Straßenkünstlern, Musikern und Touristen. Die Atmosphäre hier ist einzigartig.

Ein Besuch im Hard Rock Cafe durfte natürlich auch nicht fehlen ;o)

Abschluss auf der Moldau

Zum Abschluss unseres Kurzurlaubs gönnten wir uns eine Bootsfahrt auf der Moldau. Vom Wasser aus bekommt man eine ganz neue Perspektive auf die Stadt – vorbei an historischen Gebäuden und unter alten Brücken hindurch – der perfekte Abschluss.

Fazit: Prag ist eine Reise wert

Prag hat mit seinem historischen Charme begeistert. Das war zwar nicht mein erster Besuch in dieser wundervollen Stadt, aber mit Sicherheit auch nicht mein letzter. Wenn man sich einmal in Prag verliebt hat, dann kommt man immer wieder.

Dresden – Barock, Brücken & besondere Ausblicke

Dresden – eine Stadt, die Geschichte und Moderne auf beeindruckende Weise verbindet. Unser Kurztrip hat uns gezeigt, wie viel man in nur zwei Tagen entdecken kann. Unsere Unterkunft war das Best Western Hotel in der Neustadt – modern, ruhig gelegen und perfekt angebunden. Nach dem Einchecken ging es direkt mit der Straßenbahn in die Altstadt. Der Startpunkt unseres Spaziergangs: der Goldene Reiter, das berühmte Reiterstandbild August des Starken. Von dort aus überquerten wir die Elbe über die Augustusbrücke – mit Blick auf das eindrucksvolle Panorama der Dresdner Altstadt.

Zwischen Hofkirche, Fürstenzug und Frauenkirche

Unser Weg führte uns zuerst zur Hofkirche, ein prachtvoller Kirchenbau direkt neben dem Residenzschloss. Weiter ging’s zum Fürstenzug, einem einzigartigen Wandbild aus Meißner Porzellanfliesen, das die Geschichte des sächsischen Herrscherhauses zeigt.

Ein absolutes Highlight war der Besuch der Frauenkirche. Der Aufstieg auf den Turm zur Aussichtsplattform war zwar anstrengend, aber lohnenswert – oben erwartete uns ein traumhafter Rundumblick über ganz Dresden.

Kultur pur – Zwinger & Semperoper

Natürlich durfte auch der berühmte Zwinger nicht fehlen – eines der schönsten Barock-Ensembles Europas. Wir haben die eindrucksvolle Architektur genossen und einen Blick (leider nur von außen) auf die Semperoper geworfen – eines der bekanntesten Opernhäuser Deutschlands.

Am Abend ließen wir den Tag im Café Alex direkt in der Innenstadt ausklingen – mit gutem Essen und entspanntem Ambiente.

Der zweite Tag – Technik trifft Natur

Am nächsten Morgen stiegen wir in den Hop-on-Hop-off-Bus und fuhren zum Blauen Wunder, einer der bekanntesten Brücken Dresdens. Von dort aus ging es mit der Schwebebahn den Berg hinauf. Oben angekommen erwartete uns ein wunderschöner Ausblick über Elbtal, Stadt und Umgebung.

Zurück in der Altstadt besuchten wir die Brühlsche Terrasse, oft als der „Balkon Europas“ bezeichnet. Mit Blick auf die Elbe, historische Bauten und das Treiben der Stadt lässt es sich hier wunderbar flanieren.

Zum Abschluss: Dresdner Kneipencharme

Den Abend verbrachten wir im Anton, einer kleinen, urigen Eckkneipe mit viel Charme, gutem Essen und einer herzlichen Atmosphäre – genau das Richtige zum Ausklang unseres Aufenthalts.

Friedhof Altenburg

An Fronleichnam nahmen wir die Gelegenheit wahr, den alten Friedhof in Altenburg zu besichtigen.

Der Friedhof gehört zu den ältesten noch heute genutzten Stadtfriedhöfen Thüringens. Auf dem parkähnlichen Gelände befinden sich Architekturen und Grabmale aus den letzten vier Jahrhunderten. Der Haupteingang ist eine Kapelle im neogotischen Stil.

Im Rahmen der Führung konnten wir die alte Trauerhalle, die zur Aufbahrung diente, die Gottesackerkirche und die Fürstengruft besichtigen.

Der erste Verstorbene wurde am 6. Juni 1529 auf dem damaligen „Gottesacker“ beigesetzt. Die ursprüngliche Grabanlage des „Katholischen Friedhofs“ befand sich im Bereich der heutigen „Gottesackerkirche“. Aufgrund des stetigen Bevölkerungswachstums wurde der Friedhof bisher elfmal erweitert, einschließlich der Einbeziehung des „Städtischen Friedhofs“.

Die Gottesackerkirche wurde von 1635 bis 1651 im Stil der italienischen Spätrenaissance erbaut. Sie hat fünf Fensterachsen und einen Haupteingang mit doppelläufiger Treppe. Die Kirche schließt den 1529 angelegten Friedhof ab und wurde bis in die 1970er Jahre als Garnison- und Friedhofskirche genutzt. Von 1813 bis 1840 war sie profaniert. Das Deckenbild zeigt die Dreifaltigkeit, die Kanzel ist mit Goldelementen verziert. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1845.

Die im altdeutschen Stil errichtete Fürstengruft vollendete der Baukontrolleur Winkler im Herbst 1841. In den Jahren von 1844 bis 1919 wurden in dieser 15 Angehörige der herzoglichen Familie bestattet. Alle Särge mussten 1974 aufgrund des schlechten Zustands des Gebäudes in andere Grabstätten auf dem Friedhof umgebettet werden. Heute ist die Gruft nur noch eine reizvolle Ruine. 

Die Trauerhalle ist Teil eines neugotischen Gebäudeensembles, das aus drei Teilen besteht. Der gesamte Gebäudekomplex wurde aus Sandstein aus den Postaer Steinbrüchen bei Pirna an der Elbe errichtet. Sie wurde 1895 erbaut und war bis 1930 in Nutzung. Durch die Jahre geriet die Halle in Vergessenheit. Eine dringend erforderliche Restaurierung konnte aus Kostengründen bislang nicht erfolgen. So befindet sich die ehemalige Trauerhalle im Dornröschenschlaf. Die Kapelle wird auch heute noch für kirchliche Bestattungen genutzt.

Auch ein Streifzug über den Friedhof lohnt sich. Auf dem Friedhof fanden zahlreiche, auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhe. Einige dieser Grabstätten sind noch erhalten. Sehr beeindruckend war auch der alte Baumbestand.

Brikettfabrik Louise

Über Go2Know haben wir eine Fototour in der Brikettfabrik Louise gebucht. Wir sind deshalb bereits am Vortag in Bad Liebenwerda angereist und haben in einer ganz wundervollen Landhotel übernachtet.

Umhüllt von herrlichem Grün und dennoch nur fußläufig vom Ortskern entfernt. Am Samstag haben wir uns dann noch Bad Liebenwerda angesehen und abends lecker gegessen.

Die Brikettfabrik Louise in Domsdorf, einem Ortsteil der Stadt Uebigau-Wahrenbrück im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg, ist die älteste Brikettfabrik Europas und ein technisches Denkmal.

Die Brikettfabrik Louise nahm im September 1882 ihren Betrieb auf. Bereits 1883 wurden über 150.000 hl Rohbraunkohle zu Briketts verarbeitet. Anfangs gab es nur zwei Pressen, doch wegen der steigenden Nachfrage wurden Erweiterungen durchgeführt. Schließlich standen sieben Pressen und zusätzlich zwei Röhrentrockner zur Verfügung. Die erste Lichtmaschine wurde 1896 in Betrieb genommen.

1908 begann der erste Bauabschnitt der Kraftwerkshalle. In den Jahren 1924 und 1938 folgten weitere Bauabschnitte, bis das Gebäude seine heutige Form erreichte. 1938 betrug die Tagesleistung der Brikettfabrik 360 Tonnen. Beim Einmarsch der Roten Armee im Jahr 1945 kam es nur vorübergehend zum Stillstand. Die Tagesproduktion an Briketts wurde auf 584 Tonnen erhöht, wobei der Wassergehalt jedoch 20 % betrug. Am 18. November 1991 wurde das letzte Brikett gepresst und am 6. Februar 1992 wurde die Brikettfabrik nach 110 Jahren ununterbrochener Produktion stillgelegt.

Im September 1992 wurde die Brikettfabrik Louise unter Denkmalschutz gestellt. Am 2. September 1994 gründete sich der Verein Freundeskreis Technisches Denkmal Brikettfabrik „Louise“ e. V., um die Maschinen und Anlagen zu erhalten und funktionsfähig zu machen. Die nahegelegene Siedlung Alwine beherbergte viele Fabrikmitarbeiter.

Heute kann die Brikettfabrik Louise legal besucht werden.

Görlitz Lost Place Tour 2025

Ein Besuch in Görlitz, einer Stadt mit vielen verlassenen Juwelen unmittelbar an der polnischen Grenze. Görlitz war einst eine reiche Stadt an der alten Handelsstraße mit dem Waid- und Tuchhandel. Mehrere 1.000 Baudenkmäler wurden zwischenzeitlich saniert. Viele Firmen, Hotels, Handelshäuser, Kaufhäuser und Fabriken liegen aus Kostengründen immer noch im Dornröschenschlaf.

Der Verein goerlitz21 e. V. bietet hier Lost-Place-Touren, Fahrradtouren und Stadtführungen an. Der Verein fördert nachhaltige Stadtentwicklung in Görlitz durch Bildung, Dialog und Engagement.

Dieses Jahr stand das Freisebad auf unserer Liste.

Das Freisebad ist eine ehemalige Badeanstalt in der Görlitzer Innenstadt.

Im Jahr 1887 gründete der Magdeburger Sanitätsrat Dr. Walther Freise die Kaltwasser-Heilanstalt an der Promenade, heute bekannt als Dr.-Kahlbaum-Allee. Sie war eine von drei Badeanstalten in der Stadt.

Diese befand sich gegenüber dem Tivoli und in der Nähe der Kahlbaum’schen Nervenheilanstalt, welche später zur II. medizinischen Klinik wurde. Die Klinik wird derzeit entkernt und soll einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Freise leitete die Heilbadeanstalt bis 1905, musste sie jedoch wegen finanzieller Verluste an einen Verein abgeben. Dieser betrieb das Bad bis 1919 weiter, konnte aber trotz städtischer Zuschüsse keinen Gewinn erzielen. Die Stadt übernahm schließlich 1920 den Betrieb.

In der Heilanstalt von Freise wurden eine Vielzahl von therapeutischen Anwendungen angeboten, darunter Wannen-, Dampf- und Heißluftbäder sowie Sole-, Fichtennadel-, Kräuter- und Moorbäder. Ergänzt wurde dieses Angebot durch elektrische Licht- und Kohlensäurebäder. Den Besuchern stand von Anfang an auch ein Schwimmbecken zur Verfügung, das sowohl für Nichtschwimmer als auch für Schwimmer geeignet war.

Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Freisebad weiterbetrieben. Zuletzt umfasste es ein Dampfbad, eine Sauna, Duschen, Wannenbäder, ein Solarium und ein Schwimmbecken. 1996 beschloss die Stadtverwaltung die Schließung des Freisebads.

Im Jahr 2009 ließ die Stadt den Großschornstein auf der Rückseite sichern und führte eine provisorische Erneuerung des Dachs sowie der Dachentwässerung durch. Nach Angaben der Stadt ist jedoch eine vollständige Erneuerung des Dachs erforderlich und das Bad bedarf einer grundlegenden Sanierung, hierzu fehlen jedoch die finanziellen Mittel.

Es gab Pläne, das Bad und die ehemalige II. medizinische Klinik als Kompetenzzentrum für die Betreuung von Demenzpatienten (Kahlbaum-Projekt) zu reaktivieren und das Bad auch den Bürgern wieder zugänglich zu machen.

Die Pläne wurden jedoch auf Eis gelegt; das Bad liegt weiterhin im Dornröschenschlaf…

Im Anschluss besuchten wir noch die benachbarte II. medizinische Klinik.

Die Klinik wurde 1855 von Dr. Hermann Andreas Reimer als erste Epilepsieklinik Deutschlands gegründet und entwickelte sich unter der Leitung von Dr. Karl Ludwig Kahlbaum zu einer der bekanntesten psychiatrischen Einrichtungen des 19. Jahrhunderts.

Das Areal hat eine bewegte Geschichte. Während der NS-Zeit wurden 1943 die Kahlbaum-Patienten in die Anstalt Großschweidnitz verlegt, wo viele unter schlechten Bedingungen starben. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Gelände zunächst als Lungenheilstätte. 1956 zog die II. Medizinische Klinik des Bezirkskrankenhauses Görlitz auf das Gelände. Seit 2004 steht es leer.

Das DZA wird das historische Areal wiederherstellen und zukünftig an dessen historische Bedeutung erinnern.

Zum Abschluss unserer Tour haben wir uns noch ein Wohn- und Geschäftshaus mit Fabrikanlage im Hinterhof angeschaut.

Das Alte Polizeipräsidium

Das Alte Polizeipräsidium in Frankfurt am Main wurde zwischen 1911 und 1914 erbaut. Von 1914 bis 2002 war es Sitz des Frankfurter Polizeipräsidiums. Die Fassade steht unter Denkmalschutz.

Aufgrund des zunehmenden Platzmangels an der Zeil wurde 1914 am damaligen Hohenzollernplatz (heute Friedrich-Ebert-Anlage) das „Neue Königliche Polizeipräsidium am Hohenzollernhof“ bezogen. Es wurde im Stil des Historismus errichtet, einer Mischung aus Neobarock und Neoklassizismus.

Während der Luftangriffe auf Frankfurt im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude 1944 erheblich beschädigt. Bis zur Wiederherstellung 1954 war ein großer Teil der Polizei an andere Orte im Stadtgebiet ausgelagert.

2002 zog das Präsidium in einen Neubau an der Adickesallee und gab den Standort auf. Das Gebäude steht seitdem weitgehend leer.

Das ehemalige Polizeipräsidium diente von 2002 bis 2010 mehrfach als Kulisse für den Tatort. Der letzte Tatort, der das Alte Polizeipräsidium als Kulisse genutzt hatte, trägt den Episodentitel „Leerstand“. Er wurde 2005 gedreht und 2006 ausgestrahlt. Bis 2010 war es Szene-Location für Partys, Ausstellungen und Kunstprojekte.

Im März 2018 teilte das Land Hessen den Verkauf des Alten Polizeipräsidiums für 212,5 Millionen Euro an die Düsseldorfer Gerchgroup mit.

Die Pläne umfassten die Sanierung des Altbaus sowie den Bau eines Neubauensembles bestehend aus Wohnungen, Büros, einem Hotel, einer Kindertagesstätte und einer Turnhalle für die Falkschule. Es war vorgesehen, etwa 800 Millionen Euro privat zu investieren. Der Baubeginn war für das Jahr 2022 angesetzt und die Fertigstellung für 2026 geplant.

Im August 2023 wurde bekanntgegeben, dass der Projektentwickler Gerch Insolvenz angemeldet hat. Die Auswirkungen auf das Projekt Altes Polizeipräsidium sind derzeit noch nicht absehbar.

Das Gebäude liegt seitdem im Dornröschenschlaf…  

Urbex Tschechien

Am Karfreitag ging es schon fast traditionell zum Fotografieren. Diesmal führte uns unsere Tour in das benachbarte Tschechien.

Das Zinnbergwerk Sauersack  befindet sich auf einer Höhe von 900 Metern über dem Meeresspiegel im westlichen Erzgebirge an der Verbindungsstraße zwischen Kraslice (Graslitz) und Nové Hamry (Neuhammer). Der Ort gehört zum Bezirk Sokolov in der Region Karlsbad.

Die Gründung von Sauersack geht auf den Bergbau zurück. Über den Beginn des Bergbaus in der Gemeinde ist jedoch nichts bekannt, da dieser von in Frübuß ansässigen Gewerken betrieben wurde. Ein Bergwerk ist erstmals 1492 urkundlich belegt. Eine weitere Erwähnung eines Bergwerks stammt aus dem Jahr 1556 mit der Verleihung der Gottes-Zinnzeche in der Schusterpeint. Im Jahr 1654 bestand das Dorf Sauersack aus elf Häusern, von denen jedoch nur neun bewohnt waren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Sauersack zum besatzungslosen Gebiet. Von Juli 1945 bis Mai 1946 wurde die deutsche Bevölkerung vertrieben. Nach der Vertreibung wurden nahezu alle Gebäude des Dorfes abgerissen. Nur das ehemalige Postgebäude blieb erhalten und dient heute als Wochenendhaus.

Nach dem Krieg übernahm der tschechische Staat die „Grube Sauersack“. Wegen geringer Zinngehalte und hoher Wasserhaltungskosten wurde der Bergbau jedoch nicht wieder aufgenommen. Das Zinnbergwerk wurde von 1946 bis 1947 ausgeschlachtet und aufgegeben. Die Anlagen wurden nach Tuchlovice bei Prag verbracht.

Die restlichen Gebäude wurden der Natur überlassen und die Tiefbauten wurden geflutet. Vom ehemaligen Lager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter sind aufgrund der Holzbauweise lediglich die Grundmauern und vereinzelte Schornsteine erhalten geblieben. Erhalten geblieben sind hingegen die massive mehrstöckige Stahlbetonkonstruktion der Aufbereitungsanlage, die Mauerreste des „Schacht I“, das Becken des Schlammverdichters sowie eine Konstruktion, die vermutlich als Lager diente.

Heute ist es ein Lost Place und bei Urbexern als Zinnwäsche Sauersack bekannt. Eine Reise kurz hinter die ostdeutsche Grenze lohnt sich.

Auf dem Rückweg besuchten wir noch eine kleine Kirche, die verlassen am Rand eines kleinen Ortes liegt. Die Kirche weist keine Anzeichen von Vandalismus auf, sondern nur Spuren natürlichen Verfalls. Ein atemberaubender Zufallsfund. Weshalb ich hier gänzlich auf Ortsangaben verzichte.