Bagger 1473 und Kraftwerk Plessa
Der Bagger 1473 mit der Typenbezeichnung SRs 1500 ist ein Schaufelradbagger, der in den Jahren 1964/1965 vom VEB Schwermaschinenbau Lauchhammerwerk gefertigt wurde. Bis zum Jahr 2002 war er im Lausitzer Braunkohlerevier im Einsatz. Nach seiner Stilllegung erfolgte 2003 die Umsetzung nach Hörlitz, um das Gerät als technisches Denkmal und Zeugnis der Bergbaugeschichte zu erhalten.






Der Bagger erhielt wegen seiner auffälligen blauen Farbe den Spitznamen „Blaues Wunder“. Inzwischen ist von diesem kräftigen Blauton allerdings kaum noch etwas zu sehen.
Anfang 2019 führte der zunehmende Verfall und Vandalismus erneut zu Überlegungen, den Bagger abzureißen; lediglich das Schaufelrad sollte erhalten bleiben. Nach Protesten vieler Bürger – darunter auch ehemalige Bergleute – wurde der Bagger vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege in die Denkmalliste aufgenommen.






Im August 2024 reichten die Bürgermeister der Städte Senftenberg, Großräschen und Schipkau bei der Oberen Denkmalschutzbehörde einen Antrag auf Entfernung des Baggers aus der Denkmalliste ein, um so seine kontrollierte Sprengung und anschließende Verwertung zu ermöglichen. Der Bagger befindet sich in einem immer schlechter werdenden Zustand, was mit Gefahren und hohen Kosten für die Instandhaltung verbunden ist. Der Bürgermeister von Schipkau betont, dass der Erhalt des Baggers nur möglich ist, wenn das Land Brandenburg finanzielle Hilfe für dringend notwendige Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten bereitstellt. Die Zukunft des Baggers bleibt offen.
Im Rahmen einer geführten Tour hatten wir die Möglichkeit das Kraftwerk Plessa zu besuchen.

Das Kraftwerk zählt zu den bedeutenden Industriedenkmalen der südbrandenburgischen Gemeinde Plessa im Landkreis Elbe-Elster. Als eines der ältesten Braunkohlekraftwerke Europas ist es in seiner ursprünglichen Bausubstanz erhalten geblieben.








Die Inbetriebnahme erfolgte 1927 durch den Elektrizitätsverband Gröba. In den 20er und 30er Jahren galt das Werk als eines der modernsten seiner Art. Nach Abschluss der drei Hauptbauphasen im Jahr 1942 erreichte das Kraftwerk eine Leistung von 54 MW, die infolge von Reparationsleistungen im Jahr 1945 auf 34 MW reduziert wurde.
Die Anlage wurde am 22. Juli 1985 unter Denkmalschutz gestellt. Nach der politischen Wende versuchte die Gemeinde Plessa mit einem Partner das Kraftwerk auf Erdgas umzurüsten, doch das Vorhaben scheiterte an hohen Kosten. Am 14. April 1992 ging das Kraftwerk endgültig vom Netz.












Im Jahr 1996 wurde das Kraftwerk vollständig von der Gemeinde Plessa übernommen. 2001 gründeten der Förderverein Kraftwerk Plessa e. V. und die Gemeinde gemeinsam die Industrie-Denkmal und Industrie-Museum Kraftwerk Plessa gGmbH, welche heute Eigentümerin des sechs Hektar großen Areals ist. Im September desselben Jahres starteten umfangreiche Sanierungs- und Sicherungsarbeiten am Gebäude, wobei der Schwerpunkt auf der Dachsanierung lag. Die Etablierung als Erlebnis-Kraftwerk Plessa scheiterten jedoch aufgrund der zu hohen Kosten. Aktuell liegt das Kraftwerk im Dornröschenschlaf. Die Zoelly-Turbine wurde von Kabeldieben zerstört, soll jedoch restauriert und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.










Durch die nunmehr regelmäßig stattfindenden Fototouren sollen Instandhaltungs- und Reparaturmaßnahmen finanziert werden. Die Zukunft des Kraftwerks bleibt weiterhin ungewiss. Es ist zu hoffen, dass es noch viele Jahre im jetzigen Zustand erhalten werden kann.












































































































































































































































































































































































































