Mund-Nase-Masken

Aufgrund der COVID-19-Pandemie und der dadurch erhöhten Nachfrage kam auch ich nicht drumherum, Mund-Nase-Masken zu nähen.

Sicher, sie schützen nicht vor einer Infektion, aber wenn sie jeder tragen würde, könnten wir die Ausbreitung durch Tröpfcheninfektion enorm minimieren. Diese Masken sind kein Medizinprodukt, sondern ein liebevoll in Handarbeit gefertigtes Produkt, das aus der Not entstand.

Ich bin aktuell entsetzt, was in den Näh-Foren und Gruppen so vor sich geht. Teilweise unverschämte Angebote mit horrenden Preisen, andererseits gehässige Kommentare, wenn man sich zumindest den Materialwert erstatten lassen möchte. Von uns gewerblichen, die teilweise von den Einnahmen leben müssen, ganz zu schweigen.

Ich selbst habe das Glück, nicht von meinem Gewerbe leben zu müssen, mein Label ist für mich ein liebgewonnenes Hobbie und eigentlich nähe ich ja ausschließlich Taschen und entwerfe E-Books. Andere wiederum sichern sich derzeit durch den Verkauf selbstgenähter Masken ihre Existenz. Ein Aspekt, der nicht zu verachten ist. Man sollte jedem mit dem nötigen Respekt begegnen.

Natürlich gibt es gerade aufgrund der aktuellen Situation noch mehr schwarze Schafe, die ohne Gewerbe verkaufen. Fakt ist, wer kein Gewerbe hat, darf kein Geld verlangen, auch nicht für Material – selbst geldwerter Ersatz ist verboten. Wer dagegen verstößt macht sich strafbar. Weiter möchte ich dieses Thema – das derzeit in aller Munde ist – nicht ausführen.

Mein Tipp: Ihr wollt für andere nähen, könnt es euch aber nicht leisten, Material zu spenden, dann lasst euch das Material geben und näht daraus die gewünschten Masken – völlig ohne Gegenleistung.

Nun zu meinen Masken. Ausprobiert habe ich diverse Schnittmuster und bin letzten Endes bei der ganz einfachen Variante mit Draht entschieden. Sie ist schnell genäht, passt sich super der Gesichtsform an und ist auch vom Material her überschaubar.

Mit Maske fühle ich mich wohler, ich trage sie schon seit einigen Wochen im Supermarkt oder an der Tankstelle. Ich habe festgestellt, dass die Menschen dadurch tatsächlich mehr Abstand halten, weil man damit das, was man eigentlich nicht sehen kann, sichtbar macht. Es ist so unrealistisch, ein unsichtbarer nicht greifbarer Gegner, der uns doch so hart in unserer Selbstbestimmung einschränkt.

Jeder einzelne kann helfen, die Verbreitung zu minimieren. Besonnenheit ist gefragter denn je, gerade bei den aktuellen Temperaturen. Abstand ist die neue Art, zu zeigen, dass man sich am Herzen liegt.

Ab kommenden Montag herrscht in Bayern in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften Maskenpflicht. Ich werde versuchen bis dahin noch einige Masken zu nähen und auszuliefern. Aktuell kein leichtes Unterfangen. Stoff ist das neue Klopapier und der passende Hutgummi verkauft sich derzeit besser als Nudeln.

Ich würde nie einen festen Betrag verlangen, jeder sollte das zahlen, was er zu zahlen in der Lage und gewillt ist. Hast du eine Maske von mir erhalten? Und möchtest etwas zahlen, dann kannst du das hier gerne tun. Wer möchte, erhält selbstverständlich auch eine Rechnung.





Bleibt gesund! Passt auf euch und euere Liebsten auf.

Aktuell gilt mein größer Dank den Ärzten, dem Pflegepersonal, dem Rettungsdienst, den Apothekern und den Verkäufern, die unser System am Laufen halten. Die für uns da sind, auch wenn sie selbst Angst haben. Danke, dass es euch gibt!